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Presseschau Dezember 2000

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Punktspiele Senioren Bezirksrangliste Senioren Badminton in Schaumburg

Das Original dieses Artikels erschien im Dezember 2000 in der

Hohnhorst fällt zurück

Hohnhorst von Spitze verdrängt. Die Niedersachsenliga bietet für den TuS Germania Hohnhorst eine Überraschung nach der anderen. Nachdem man zuletzt noch auf den Aufstieg hoffen durfte, scheint dieser nun schon wieder in weite Ferne gerückt zu sein.

Ein Punkt aus zwei Partien reichte nicht aus, um den zweiten Platz der Tabelle zu sichern. Doch insbesondere die Niederlage gegen den VfL Lüneburg war mehr als unglücklich zustande gekommen. Denn Frank Grabowski, der stärkste Kämpfer und Motivator des Teams, verletzte sich bereits im ersten Spiel und konnte seine Stärken nicht ausspielen. Ohne ihn war an einen Sieg nicht mehr zu denken. Zwar gaben vor allem Kerstin Oldenburg und Sören Hamann in ihren Einzeln alles, doch sie unterlagen ihren Gegnern jeweils in drei Sätzen. Für die Punkte sorgten das Damendoppel Oldenburg/Oldenburg und das Mixed Kurok/Oldenburg. Diese beiden Punkte waren den Hohnhorstern auch in der Partie gegen Pennigsehl sicher. Und diesmal konnte Grabowski trotz seines Verletzungspechs im Doppel noch entscheidende Akzente setzen. Er siegte an der Seite von Henning Kurok souverän in zwei Sätzen. Ebenfalls erfolgreich blieb Carsten Büsing im 1. Herreneinzel gegen André Sudhop. Büsing zeigte kämpferische Qualitäten und rang Sudhop in drei Sätzen nieder. Das war aber auch alles. Hohnhorst kam über das 4:4 nicht hinaus.

Die Chancen auf den Aufstieg erhalten hat sich die Reserve der Hohnhorster. Das Team um Matthias Pfaffe kam gegen den Tabellenletzten aus Alfeld zu einem überlegenem 8:0 Erfolg. Getragen von der Euphoriewelle galt es anschließend, sich gegen den Verfolger aus Boffzen zu behaupten. Die vom Kampf geprägte Partie zog die Zuschauer an einem ansonsten trostlosen Spieltag völlig in ihren Bann. Spielentscheidend waren wieder einmal die Damenpunkte, die allesamt in Hohnhorst blieben. Beim Stand von 4:3 für Hohnhorst war die Pflichtaufgabe Remis bereits sicher erfüllt. Matthias Pfaffe tat dann aber noch etwas für seine persönliche Bilanz und gewann das 1. Herreneinzel in drei Sätzen. Weniger gut lief es dagegen für die VT Rinteln 2. Das Team wollte sich aus der Abstiegszone spielen, kassierte aber zunächst eine klare 2:6 Niederlage gegen Boffzen. Und auch gegen Alfeld wurde nur ein Unentschieden erzielt: zu wenig, um sich auf die sichere Seite zu spielen. Besonders an der ersten Positionen muss sich das Team weiter verbessern, um die Klasse halten zu können.

In der Bezirksklasse scheinen die Fronten zwei Spieltage vor Saisonende bereits geklärt. Beim Spitzenspiel der beiden Tabellenersten behielt am Wochenende der MTV Bad Pyrmont die Oberhand gegen den SV Victoria Lauenau. Dass die Mannschaft um die Brüder Schwarz noch einmal patzt, ist nicht zu erwarten und Lauenau selbst hat noch schwere Spiele gegen Hagenburg, Rinteln 3 und Hohnhorst 3 vor sich und damit das deutlich schwere Restprogramm zu bestreiten. Und auch im Mittelfeld haben sich die Positionen gefestigt. Rinteln 3 und Hohnhorst 3 trennten sich 4:4 und fuhren jeweils noch einen Sieg ein. Hagenburg verharrt dagegen abgeschlagen auf dem 5. Platz.

Stefan Engler


Das Original dieses Artikels erschien im Dezember 2000 in der

Oldenburg Schwestern siegen

Nicola Sondermann auf Rang 4

Der Bezirk Hannover versuchte am Wochenende erstmals, die eigene Jugend näher an den Seniorenbereich heran zu führen. Als Reaktion auf schwindenden Teilnehmerzahlen bei allen Turnieren, wurden für die in Arnum ausgetragene Bezirksrangliste der Doppeldisziplinen auch Jugendliche U17 zugelassen.

Dies nutze die Rintelner Nicola Sondermann, um sich nach langer Verletzungspause langsam wieder an das alte Leistungsniveau heranzutasten. An der Seite von Simone Richert zeigte sie überraschend gute Leistungen. Die Paarung zeigte einigen etablierten Paarungen, wie stark der Nachwuchs einzuschätzen ist. Im ersten Match bekamen dies Scharfenberg/Pfleghoft zu spüren. Das Harkenblecker Doppel wurde 15:8/5 abgefertigt. Ähnlich erging es Theur/Ingles, die beim 15:4/7 noch weniger Chancen hatten. Im Halbfinale war für Sondermann/Richert dann aber nichts mehr zu machen. Sie unterlagen den späteren zweiten Uliczka/Dalbke klar in zwei Sätzen. "So langsam machte es sich bemerkbar, dass ich seit dem Sommer kaum mehr gespielt habe," meinte Sondermann. Doch für das Halbfinale der Trostrunde reichte die Kraft noch. Sondermann/Richert siegten durch aggressives und zugleich sicheres Spiel über Kretschmann/Heine (TuS Seelze) in drei Sätzen. Da reichte für Platz 4.

Den Sieg sicherten sich die Schwestern Kerstin und Silke Oldenburg vom TuS Germania Hohnhorst. Sie dominierten die Konkurrenz nach Belieben und spielten ihre gesamte Niedersachsenliga-Erfahrung aus. Ohne Mühe setzten sie sich vor allem gegen die Jugendlichen Starter durch. Erst im Finale waren sie voll gefordert. Zwar gewannen sie den ersten Satz klar gegen Uliczka/Dalbke, doch in zweiten Durchgang riss der Faden. Sie verloren nach einer im Grunde klaren 13:5 Führung. Im Entscheidungssatz entwickelte sich ein packendes Duell, das die Zuschauer in der Halle hielt. Oldenburg/Oldenburg setzten sich in der Verlängerung durch.

Stefan Engler


Das Original dieses Artikels erschien am 19. Dezember 2000 in der

Fixierung des Status Quo hat keine Zukunft

Badminton-Sparten müssen neue Wege gehen / Die Jugendarbeit in den Mittelpunkt stellen

Dies ist wieder einmal die Zeit für Rückblicke und auch die Badmintonszene in Schaumburg nimmt sich da nicht aus. Allerdings würde dieser Rückblick sicher positiv ausgefallen, wenn da nicht der Rückzug der 1. Mannschaft der VT Rinteln aus der Verbandsklasse gewesen wäre.

Denn dieser löste in allen Hallen heftige Diskussionen aus. Unverständnis macht sich da für die Entscheidung eines Teams breit, das sich darüber im Klaren war, die Saison nicht zu Ende bringen zu können. Das am Ende einzelne für die Entscheidung verantwortlich gemacht werden, ist bedauerlich, denn, und das sei an dieser Stelle noch einmal betont: die Entscheidung wurde von der Mannschaft getroffen und nicht von einzelnen Protagonisten. Jedoch machten die Debatten der letzten Wochen eines klar: die Zukunft des Badminton im Landkreis kann keineswegs als gesichert gelten. Das mag vielleicht nicht für Hagenburg oder Rinteln mit den starken Jugendabteilungen oder Hohnhorst mit einer herausragenden 1. Mannschaft gelten. Diese Vereine arbeiten seit Jahren an ihrer eigenen Zukunft und werden sich sicher halten können. Jedoch die vielen, die seit Jahren mit Begeisterung ihrem Sport nachgehen und sich dabei nicht um die Erhaltung des eigenen Vereins kümmerten, werden in den nächsten Jahren sicher mit ansehen müssen, wie ihr Verein zusehends überaltert.

Denn es fehlt an Jugendlichen. Die "Trendsportart" Badminton hat es in den letzten Jahren nicht geschafft, sich ins Rampenlicht zu spielen. Zwar boomen die Center nach wie vor und bieten unkomplizierte Bedingungen für die Senioren, aber eben diese kommen so nicht in die Vereine. Genauso wenig gelingt es, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, die Jungend in die Hallen zu ziehen. Gerade im Zeitalter des Internet und der Spielkonsolen sollte klar und offensichtlich sein, dass Sport unerlässlich ist. Nur die Jugend weiß das irgendwie noch nicht. Dieses Problem stellt sich nicht dem Badminton allein, aber der Eindruck, dem man in den vergangenen Jahren auch aus unserer Berichterstattung gewinnen konnte, war ein anderer. Während Meldungen aus dem Seniorenbereich kaum mehr zu finden sind, weil die Begeisterung für den Wettkampfsport am Ende der vorbei zu sein scheint, liefern die Jugendabteilungen das ganze Jahr hindurch gute Ergebnisse ab.

Allen voran stürmte hier die VT Rinteln, die es schaffte, ihre Talente bis zur deutschen Ebene zu bringen. Doch, und auch das muss angesprochen werden: das massive Fördern einer Leistungsspitze füllt die Hallen nicht. Auch die VTR muss sich der beschriebenen Problematik stellen und Maßnahmen ergreifen, um auch in den nächsten Jahren den hart erarbeiteten Standart halten zu können. Schnupperkurse, Ferienspaß-Aktionen und Schulkooperationen machten den Anfang und sollten den Sport wieder interessant machen. Und es hat funktioniert.

Der Schülerbereich boomt wieder und das Modell lässt sich sicher auch auf in anderen Vereinen durchsetzen. Die Notwendigkeit ist mittlerweile klar und es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die Fixierung eines Status Quo kein Weg ist, die Zukunft zu sichern. Die Einrichtung des Kreiskaders ist sicher ein Weg in die richtige Richtung. Doch es sollten sich alle Vereine daran beteiligen und die Möglichkeit nutzen, ihren spielstarken Schüler eine weitere Trainingsmöglichkeit zu bieten. Nur so kann die Zukunft des Badminton in Schaumburg gesichert werden.

Stefan Engler