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Presseschau Mai 2001

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NBV-Rangliste Jugend

Das Original dieses Artikels erschien am 22. Mai 2001 in der

Guido Radecker gewinnt NBV-Rangliste

Scheinbar mühelos setzte sich Rintelns Guido Radecker im Feld der 2. NBV-Rangliste U19 durch. Seine Leistungen machen deutlich, woran es in der Jugendarbeit des Landesverbandes hapert.

Denn eigentlich sollte Radecker noch gar nicht in U19 antreten müssen. Die Verantwortlichen der Verbandes hatten jedoch wieder einmal großes Interesse daran, der Veranstaltung U17 überhaupt einen Sinn abzugewinnen, und so startete Radecker erneut in U19. Da er die erste der beiden Rangliste bereits für sich entschieden hatte, wurde er auf Rang eins der Setzliste eingestuft, was für die erste Runde ein Freilos mit sich brachte.

Bei sehr heißer Witterung verließen viele Favoriten schon früh die Kräfte. Auch Radecker war in der Partie gegen Ben Hüttmann (Varel) gefähret. "Im ersten Satz habe ich locker mit 13:2 geführt und bis dahin auch sehr konzentriert gespielt. Dann ging mir jedoch die Puste." Den Satz ließ sich Guido zwar nicht mehr nehmen, doch Durchgang zwei gab er ab. Allein über die Konzentration auf seine Stärken gelang ihm noch der Sieg im Entscheidungssatz. Die zweite Partie gegen Marcus Bendler (Celle) dominierte Radecker dann nach belieben. Er zwang seinem Gegner lange Ballwechsel auf und hatte auf dessen Temposteigerungen immer eine sichere Antwort. So wurde Bendler schnell kraftlos und Radecker zog nach zwei Sätzen ins Finale gegen Christian Schlüter (Gildehaus) ein.

"Vor diesem zwei Jahre älteren Gegner hatte ich recht viel Respekt da ich noch nie vorher gegen ihn gewonnen habe." Doch Schlüter hatte sich an diesem Tag keinen weiteren Respekt zu verdienen. Er blieb beim 15:7/4 absolut ohne Chance und Radecker lieferte das beste Spiel des Turniers ab. Damit hat sich Radecker neben der Qualifikation in Doppel und Mixed auch einen Startplatz im Einzel für die Norddeutschen Ranglisten gesichert. Hier wird er allerdings wieder in U17 antreten.

Bleibt die Frage, warum es Radecker scheinbar so leicht fällt, seinen bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenz auszuschalten. Seine Klasse steht dabei außer Frage und wer ihn einmal in Rinteln beim Training mit Walter Westermann beobachtet, gewinnt schnell den Eindruck, dass hier ein herausragendes Talent am Werk ist. Doch von denen gab es auch einmal mehr im NBV. Dem Verband gehen aber die Talente aus. Es zieht sie nach Köln, Saarbrücken oder Berlin, ganz in die Nähe der Olympiastützpunke oder Bundesliga-Teams. Dem hat der Verband bisher nichts entgegenzusetzen. Allein der Vorzeigeverein BV Gifhorn kann da noch mithalten. Nur eine Frage der Zeit also, bis sich auch die Rintelner Cracks entscheiden, ihre Heimat zu verlassen?

Stefan Engler