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Presseschau Juni 2017

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Deutsche Meisterschaft O35 World Masters Games

Das Original dieses Artikels erschien am 14. Juni 2017 in den

Ohne Körner Finale verloren

Christoph Schröder aus Hohnhorst gewinnt bei Deutschen Meisterschaften Silber

SOLINGEN. Die Deutschen Meisterschaften der Senioren sind immer ein Höhepunkt für die Badmintonspieler der Altersklassen ab 35 Jahren. Aus dem Kreis Schaumburg qualifizierten sich dieses Jahr für die Veranstaltung in Solingen Walter Beißner, Angelika Peddinghaus (beide Bad Eilsen), Walter Westermann, Doris Westermann (beide VT Rinteln) und Christoph Schröder (TuS Germania Hohnhorst).


Christoph Schröder

In der Altersklasse O40 trat Schröder an. Im Herreneinzel endete das Turnier für den Hohnhorster bereits in Runde eins. Im anschließenden Herrendoppel sollte es wesentlich besser laufen. An der Seite seines langjährigen Trainingspartners Patrick Bethe spielte sich Schröder problemlos durch die Vorrunde. Im Viertel- und Halbfinale mussten Schröder/Bethe ihr ganzes Können zeigen und schafften durch zwei hart umkämpfte Dreisatzsiege den Einzug ins Finale. Den Meistertitel verpasste das Duo, denn im Endspiel gab es gegen die Favoriten eine glatte Zwei-Satz-Niederlage. "Wir haben in den schweren Begegnungen zuvor einfach zu viele Körner gelassen", erklärte Schröder die Niederlage.

In der Altersklasse O60 gingen gleich vier Schaumburger Badminton-Asse an den Start. Im Herreneinzel erwischte Walter Westermann einen unglücklichen Beginn in das Turnier. Er schied bereits in Runde eins gegen Jürgen Becker aus Neuwied aus. Ein bisschen Nervosität und viele vermeidbare Fehler verhinderten ein Weiterkommen für den Rintelner. Besser verlief das Turnier für Westermann in den Doppeldisziplinen. Mit seinem Doppelpartner Beißner aus Bad Eilsen gewann er das Erstrundenspiel deutlich in zwei Sätzen. Im Viertelfinale erwartete die beiden "Walters" jedoch der Topfavorit auf den Turniersieg. An der Paarung Budczinski/Handschuhmacher war für die beiden Schaumburger kein Vorbeikommen.

Sehr ähnlich erging es den Schaumburger Badmintondamen im Doppel. Peddinghaus und Westermann erreichten ebenfalls das Viertelfinale. Ihr Erstrundenspiel entwickelte sich zu einer nervenaufreibenden Partie. Mit viel Kampfgeist schafften Peddinghaus/Westermann einen Dreisatzsieg in ihrem Auftaktmatch und gewannen 17:21, 21:14 und 21:10 gegen Angelika Niesner und Christine Schwöd.

Im Viertelfinale hatten dann die Gegnerinnen der beiden das Quäntchen mehr Glück. Die beiden Schaumburgerinnen verloren nach Verlängerung, waren jedoch trotzdem mit ihrer Leistung zufrieden.


Für Walter Beißner (von links), Angelika Peddinghaus, Doris und Walter Westermann ist jeweils im Viertelfinale Endstation. Christoph Schröder (Bild oben) erreicht im Doppel das Finale. FOTOS: AS, UK

Im Mixed gingen Walter Beißner und Angelika Peddinghaus sowie Walter und Doris Westermann gemeinsam an den Start. Für die Schaumburqer Badmintonspieler war es das Wochenende der Viertelfinals. Wie bereits im Damen- und Herrendoppel, spielten sich beide Paarungen problemlos durch die erste Runde des Turmers. In der Runde der besten Acht trafen die beiden Mixed-Duos jedoch auf den späteren Deutschen Meister beziehungsweise den späteren Vizemeister. Beißner und Peddinghaus unterlagen Ulrich Handschuhmacher und Birgit Holtmann klar in zwei Sätzen. Auch Walter und Doris Westermann verloren ihr Viertelfinalspiel deutlich mit 16:21 und 11:21 gegen Manfred Rössler und Marie-Luise Schulte-Jansen. (as)


Das Original dieses Artikels erschien am 24. Juni 2017 in den

Von Neuseeland schwer beeindruckt

Christoph Schröder aus Hohnhorst gewinnt bei World Masters Games die Goldmedaille im Badminton

LANDKREIS. Mit überwältigen den Eindrücken sind die Badminton-Asse Walter Beißner aus Bad Eilsen und Christoph Schröder vom TuS Germania Hohnhorst von den World Masters Games aus Auckland, Neuseeland zurückgekehrt. Die Veranstaltung ist eine Multisportveranstaltung für Seniorensportler. "Beeindruckend war die offene und herzliche Art der Neuseeländer und die einzigartigen unterschiedlichen Landschaften", blickt Schröder zurück. Und ganz nebenbei sicherte er sich bei dem sportlichen Großereignis eine Goldmedaille.

Das Abenteuer Neuseeland begann für die beiden Schaumburger mit zwei je zwölfstündigen Flugreisen. 27.000 Teilnehmer aus 117 Ländern kämpften in den verschiedenen Altersklassen in 28 Sportarten um die Medaillen. Die älteste Teilnehmerin kam aus Indien, war 101 Jahre alt und ging im 100-Meter-Lauf an den Start. Das Durchschnittsalter der Athleten betrug 54 Jahre, 277 Sportler waren älter als 80 Jahre. 3500 Teams waren für die verschiedenen Sportarten gemeldet, über 2200 Fußballer spielten um die Turniersiege. Aus dem Gastgeberland nahmen über 10.000 Sportlerinnen und Sportler teil. 28 Sportstätten standen in Auckland zur Verfügung.


Walter Beißner (2. von rechts) mit Christoph Schröder (rechts). FOTO: PR

Dauerbrenner Beißner ging an neun Tagen in vier Konkurrenzen an den Start. Zunächst vertrat er die Farben Neuseelands und spielte mit zwei Deutschen, zwei US-Amerikanern und vier Neuseeländern in einer Mannschaft um die Medaillen. "Wir schieden leider in der Vorrunde gegen die starke Konkurenz aus Asien aus", erzählt er. Auch im gemischten Doppel an der Seite der Neuseeländerin Wilhelmina Mentzel lief es unglücklich. In der Vorrunde kam das frühzeitige Aus gegen die späteren Sieger. Im Einzel schaffte der Bad Eilsener den Sprung ins Viertelfinale. "Hier war für mich Endstation. Gegen einen wieselflinken Indonesier verlor ich 18:21 und 17:21. Mit etwas Glück hatte ich das Spiel auch gewinnen können", blickt Beißner etwas enttäuscht zurück.


Der Hohnhorster Christoph Schröder freut sich mit Tochter Frieda über Badminton-Medaillen. Eine ist aus Neuseeland, die andere von der Deutschen Meisterschaft. FOTO: UK

Im Herren-Doppel an der Seite von Wolfgang Sonnabend aus Salzgitter lief es für Beißner wesentlich besser. Mit einem Sieg im Halbfinale standen die beiden Deutschen in der Altersklasse O60 im Finale. Nach dem Verlust des ersten Satzes ging auch der zweite Satz mit 20:22 verloren. Als Trost gab es die Silbermedaille.

Schröder wurde durch Trainingspartner Beißner zu einer Teilnahme motiviert. "Er stand eines Tages bei uns in der Sporthalle, hatte einen Germany-Trainingsanzug an und von seiner Goldmedaille 2014 in Turin erzählt. Von der Story war ich angefixt, habe auf den Traum hingelebt", berichtet der 44-Jährige. Für die Veranstaltung in Neuseeland meldete sich der Hohnhorster schnell an, wollte auf Nummer sicher gehen und war als Teilnehmer 86 registriert. Sein Arbeitgeber, die KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Hannover, sponserte die Urlaubstage, denn der Trip ans andere Ende der Welt dauerte 15 Tage. Durch die so aufgesparten Überstunden wurde die Reise letztlich mitfinanziert. "Dafür bin ich super dankbar, das macht nicht jeder Arbeitgeber", betont Schröder.

Sportlich lief es für den Schaumburger erst durch wachsen. Mit seinem Doppel partner Stephan Migge kam das Aus, im gemischten Doppel war mit Partnerin Lydie Davignon keine Medaille zu erreichen. Mit der Sportlerin aus Neukaledonien feierte der Zwei-Meter-Mann einen Erfolg. Sie habe sich riesig darüber gefreut, so Schröder, der auch die Bekanntschaft des Kanadischen Meisters machte. "Es gab sehr viele unkomplizierte Kontakte." Der große Erfolg stellte sich für ihn dann im Einzel in der Altersklasse O45 ein: Nach einem nervenaufreibenden Finale gab es zur Belohnung die Goldmedaille. "Ich hatte einfach Bock", erklärt er.


Die Hände zum Himmel: Christoph Schröder bejubelt seinen Sieg in der Einzelkonkurrenz mit der passenden Siegerpose. FOTO:PR

Aber der Sport sei auf der Reise fast Nebensache gewesen. Die vielfältige Natur mit ausgedehnten, dichten Urwäldern und kilometerlange weißen Sandstränden hab tiefe Eindrücke hinterlassen. "Die Neuseeländer sind sehr gastfreundlich", schwärmt Schröder und führt ein Beispiel an. "Auf dem Weg zu den Spielen haben wir immer an einem Coffee-Shop Halt gemacht. Man sei ganz einfach ins Gespräch gekomm und nach dem Sieg im Einzel habe man dort, wie versprochen, "ein Foto von mir aufgehängt". Der Schaumburg wird diese Reise so schnell nicht vergessen. "Dieses Land entschleunigt", man könne dort alt werden. Er hat also mehr mit nach Hause gebracht als eine Goldmedaille. pep, uk